Hörbus Nahost - Ein 
multiperspektivischer Lern- und Begegnungsraum 

Die Gesellschaft im Wandel gGmbH (GiW) setzt mit dem HörBus Nahost an: Aufbauend auf und in Kooperation mit der multimedialen und multisensorischen Ausstellung 
„Hörbar. Stimmen zu Nahost“ der Gesamtschule Nordstadt Neuss bringt der HörBus einen mobilen, interaktiven Lern- und Begegnungsraum bundesweit auf Schulhöfe. Die Ausstellung wurde von Schüler:innen und zwei Lehrkräften konzipiert und wurde 2025 mit dem fair@school Preis ausgezeichnet. 

In einem 90-minütigen Format können Schüler:innen ab der 8. Klasse unterschiedliche Perspektiven zum Themenkomplex Israel-Palästina kennenlernen. Dabei wird deutlich, dass die Situation in Israel und Palästina nicht unmittelbar verändert oder gelöst werden kann, dass jedoch im deutschen Kontext Handlungsspielräume bestehen, um Formen des Zusammenlebens, der Begegnung und des gesellschaftlichen Umgangs aktiv mitzugestalten. 

Gemeinsam mit den Trialog-Pat:innen der GiW setzen sich die Schüler:innen mit dem 
Aushalten und Aushandeln von Widersprüchen auseinander und stärken zentrale 
Kompetenzen demokratischer Bildung und Wertevermittlung: Ambiguitätstoleranz, 
Dialogfähigkeit, Empathie sowie die Fähigkeit zuzuhören und konstruktiv zu diskutieren. 

Der HörBus Nahost leistet einen wichtigen Beitrag, den Konflikt in seiner Komplexität (be-)greifbar zu machen. Er eröffnet einen niedrigschwelligen Lern- und 
Begegnungsraum, in dem Jugendliche sowohl eigene Emotionen reflektieren als auch 
den Perspektiven Betroffener aufmerksam zuhören können – nicht, um die eigene 
Position zu relativieren, sondern um sie in Relation zu setzen. 

Zentraler Baustein ist neben der Ausstellung die von den Trialog-Pat:innen moderierte Reflexion. Diese bringen als direkt Betroffene sowohl eine jüdisch /israelische als auch eine palästinensische Identität mit und schaffen einen braver space: einen sicheren, diskriminierungskritischen und diversitätssensiblen Rahmen für offenen Austausch. Schüler:innen können eigene Gedanken, Gefühle und auch kontroverse Ansichten äußern, diskutieren und reflektieren.  

Die Pilotphase im Sommer 2025 zeigte bereits die Wirkung des Bildungsformats: 

„Wir haben die israelische und die palästinensische Sicht gehört – im Bus 
herrscht ein Gleichgewicht, das war super schön.“ 

„Man bekommt mit, wie sich die andere Seite fühlt – das macht 
verständnisreicher und empathievoller.“ 

„Ein israelischer Mann hat gesagt, die israelische Geschichte sei die Hälfte und 
die palästinensische die andere Hälfte – das zeigt, dass man beide Seiten 
einbeziehen soll.“ 

Resumé

Die Pilotphase wurde an 16 Schulen in NRW durchgeführt, wobei die Nachfrage deutlich größer war: 142 Schulen bundesweit hatten sich angemeldet, sodass viele Interessierte nicht berücksichtigt werden konnten. Besonders viele Anmeldungen kamen aus Nordrhein-Westfalen (u. a. Köln, Düsseldorf, Wuppertal, Essen, Bonn), aber auch aus Berlin, München und Hamburg. 

Zusammenfassend schafft der HörBus Nahost einen Raum, in dem Ambiguitäts-toleranz, Diskurs- und Dialogfähigkeit konkret erfahrbar werden. Er befähigt Jugendliche, mit Widersprüchen und emotionaler Komplexität umzugehen und demokratische Aushandlungsprozesse verantwortungsvoll mitzugestalten. Hören und Zuhören werden so als gelebte Demokratie erfahrbar: als Anerkennung von Verschiedenheit, Suche nach Verbindendem und gemeinschaftliche Klärung des Trennenden. Jugendliche werden als Zuhörer:innen der Zukunft gestärkt, die Stereotype hinterfragen, eigene Urteile zurückstellen und andere Perspektiven einbeziehen können.